Meilenstein für Inklusion: Online-Stadtführer Bremen barrierefrei nimmt 1000. Einrichtung auf
Ein wichtiger Schritt für gelebte Teilhabe im urbanen Raum: Mit der Aufnahme der Skateanlage im Überseepark erreicht der digitale Stadtführer „Bremen barrierefrei“ am Mittwoch, den 17. Juni 2026, die Marke von 1000 erfassten Orten. Damit baut die Hansestadt ihr Informationsangebot für Menschen mit Beeinträchtigungen nicht nur quantitativ aus, sondern erschließt mit dem Bereich der Skateanlagen auch ein neues Freizeitsegment.
Das Portal barrierefrei.bremen.de bildet seit 2018 das digitale Zentrum für zugängliche Angebote in der Stadt, basierend auf einer bereits seit 2014 gepflegten Datenbank. Inzwischen bündelt der Stadtführer verlässliche Daten in 14 Haupt- und über 50 Unterkategorien – von Kulturstätten, Gastronomiebetrieben und Unterkünften bis hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Sportstätten und Naherholungsangeboten.
Starkes Signal für Sport, Freizeit und Tourismus
Finanziell getragen wird das Projekt seit Jahren durch das Bremer Wirtschaftsressort. „Barrierefreiheit macht Bremen für alle Menschen besser erlebbar“, sagt Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation. „Mit dem Stadtführer ‚Bremen barrierefrei‘ schaffen wir Orientierung und zeigen, welche Angebote gut zugänglich sind. Das hilft nicht nur den Bremerinnen und Bremern, sondern auch Gästen, die unsere Stadt besuchen. Dass wir jetzt die 1000. Einrichtung erfassen, ist ein toller Meilenstein. Und dass es ausgerechnet eine Skateanlage ist, zeigt: Barrierefreiheit gehört selbstverständlich auch zu Sport, Freizeit und einem lebendigen Stadtleben dazu.“
Federführend umgesetzt wird die Plattform von der Abteilung Bremen Online der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH zusammen mit dem Planungsbüro p+t planung. Henning Sklorz, WFB-Abteilungsleiter, hebt hervor: „Hinter jeder Erhebung steckt das Ziel, Bremen für mehr Menschen besser zugänglich zu machen. Unsere Aufgabe in der WFB-Abteilung ‚Bremen Online‘ ist es, die technische Plattform bereitzustellen und verlässliche Informationen nutzbar zu machen. Die Marke von 1000 erfassten Einrichtungen zeigt, wie viel Wissen inzwischen in ‚Bremen barrierefrei‘ steckt – und wie wichtig digitale Angebote für Orientierung, Teilhabe und selbstbestimmte Mobilität geworden sind.“
Ehrenamtliches Engagement und nachhaltige Finanzierung
Ohne breite gesellschaftliche Rückendeckung wäre dieser Erfolg kaum denkbar. „Die 1000. Einrichtung zu erheben, ist ein besonderer Moment“, sagt Christoph Theiling von p+t planung. „Es stecken viel Arbeit und Liebe zum Detail in den Erhebungen. Ohne die großartige, oft ehrenamtliche Unterstützung der Bremer Behindertenverbände würde es den Online-Stadtführer in dieser Form nicht geben.“
Auch der Landesbehindertenbeauftragte, Arne Frankenstein, verweist auf die Relevanz der Initiative: „Barrierefreiheit ist Voraussetzung für die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen. Sie herzustellen, ist gesetzlicher Auftrag. Solange es aber nicht flächendeckend barrierefreie Angebote gibt, leisten die Informationen des Portals einen wichtigen Beitrag, um sich in allen Bereichen der Stadt als Mensch mit Behinderung zurechtzufinden. Das Portal mit seiner Datenbank muss daher als Leuchtturmprojekt endlich dauerhaft finanziell abgesichert werden.“
Aktionstag am 17. Juni 2026 und Ausblick auf „Reisen für Alle“
Der Erhebungserfolg wurde im Rahmen einer Veranstaltung auf der Skateanlage im Überseepark am 17. Juni 2026 gefeiert. Nach Grußworten von Wirtschaftsstaatsrätin Maike Frese, Henning Sklorz (WFB) und Arne Frankenstein diskutierte eine Fachrunde über den Wert zugänglicher Freizeiträume für die Inklusion und den Tourismus. Im Anschluss demonstrierte das Team von Sit’n’Skate die Praxis des Rollstuhl-Skatens; Interessierte hatten die Möglichkeit, Equipment und Sportrollstühle selbst auszuprobieren.
Darüber hinaus schlägt Bremen die Brücke zu bundesweiten Standards: In der Folgewoche startete mit der Bremen Information die Erfassung der ersten städtischen Einrichtung nach den Vorgaben des bundesweiten Prüfsystems „Reisen für Alle“, zwei weitere Standortüberprüfungen folgen in Kürze.