Ein Museum besuchen und sich dabei ohne zusätzliche Hilfe zurechtfinden: Diesen Anspruch verfolgt die Kunsthalle Otto Flath in Bad Segeberg. Nach einer grundlegenden Umgestaltung wurde sie im Februar 2020 als erstes inklusives Museum in Schleswig-Holstein eröffnet. Das Konzept berücksichtigt Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, darunter blinde und sehbehinderte Gäste, gehörlose Menschen sowie Menschen mit kognitiven oder Mobilitätseinschränkungen.
Orientierung in der Ausstellung
Im Mittelpunkt stehen die Werke des Bildhauers Otto Flath (1906–1987), der einen großen Teil seines Lebens in Bad Segeberg verbrachte. In den drei Ausstellungsräumen sind seine Holzskulpturen den Themen „Göttliche Liebe“, „Beseelte Menschen“ und „Überirdische Wesen“ zugeordnet. Daneben zeigt die Kunsthalle Altäre, Aquarelle und Grafiken aus seinem umfangreichen Werk. Die Auswahl wechselt jährlich.
Damit sich blinde und sehbehinderte Gäste möglichst selbstständig durch die Ausstellung bewegen können, gibt es einen taktilen Raumplan und tastbare Bodenstreifen. Beschriftungen und Saaltexte stehen auch in Brailleschrift zur Verfügung. Für gehörlose Menschen gibt es zusätzliche Erläuterungen.
Auch Gäste mit eingeschränkter Mobilität wurden bei der Gestaltung berücksichtigt. Die Informationstische sind unterfahrbar und es stehen ein barrierefreies WC sowie ein entsprechender Parkplatz zur Verfügung.
Kultur selbstständig erleben
Hinter dem Konzept steht der Gedanke der eigenständigen kulturellen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Ergänzend zur barrierearmen Gestaltung der Kunsthalle gibt es deshalb spezielle Vermittlungsangebote für diese Zielgruppe. So soll ein Museumsbesuch weitgehend ohne zusätzliche Hilfe möglich sein.