LWL-Industriemuseum Textilwerk Bocholt

LWL-Industriemuseum Textilwerk Bocholt
LWL-Industriemuseum Textilwerk Bocholt
LWL-Industriemuseum Textilwerk Bocholt | © LWL/Holtappels

Mit seinen zwei Standorten links und rechts des Flusses Aa stellt das TextilWerk Bocholt ein einmaliges historisches Ensemble der Textilproduktion dar.

Über 20.000 Spindeln drehten sich einst in der Spinnerei Herding in Bocholt. Auf drei Etagen werden hier Geschichte und Gegenwart des Textilen wieder lebendig. Ausstellungen geben Einblicke in historische und moderne Technik, zeigen Modedesign und internationale Textilkunst. Veranstaltungsräume und ein gläsernes Dachcafé bieten Platz für vielfältige Veranstaltungen.

In unmittelbarer Nähe liegt die Weberei. Hier riecht es nach Öl und Arbeit, und die Webstühle rattern so laut, dass man sich unwillkürlich die Ohren zuhält. Was Sie heute bei einem Besuch erleben, war für tausende Männer und Frauen vor 100 Jahren Alltag. Hier wird gezeigt, wie der Takt der Maschinen ihre Arbeit diktierte. Unter den Sheddächern der großen Webhalle setzen Transmissionsriemen und lange Antriebswellen über 30 historische Maschinen in Bewegung. Die Mitarbeiter produzieren hier täglich Stoffe für Handtücher und Tischdecken der historischen Kollektion. Abseits der lärmenden Fabrik lernen Sie in einem komplett eingerichteten Arbeiterhaus samt bewirtschaftetem Garten den kargen Lebensalltag der Familien kennen.

Das Museum ist barrierefrei – es gibt zahlreiche Angebote für Menschen mit Einschränkungen. - Das Museum ist barrierefrei – es gibt zahlreiche Angebote für Menschen mit Einschränkungen. - © LWL/Holtappels
Das Museum ist barrierefrei – es gibt zahlreiche Angebote für Menschen mit Einschränkungen. | © LWL/Holtappels

Das Spinnen und Verweben von Baumwolle hat in Bocholt eine lange Tradition. Über 450 Jahre lang prägte die Faser, die aus Übersee importiert werden muss, das Wirtschaftsleben Bocholts und der gesamten Region. Vor allem zwischen 1870 und dem Ersten Weltkrieg boomte die Branche: Bocholt zählte bis zu 80 Textilbetriebe, in denen zeitweise bis 10.000 Menschen arbeiteten.

Mitten in der Strukturkrise beschloss die Landschaftsversammlung des LWL 1984 die Einrichtung eines Textilmuseums. Weil ein historisches Gebäude seinerzeit nicht zur Verfügung stand, entschied man sich zunächst für den Nachbau einer typischen Weberei aus der Zeit der Jahrhundertwende. 1989 wurde an der Aa die Eröffnung gefeiert.

Im Jahr 2004 kaufte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe den viergeschossigen Backsteinbau der Spinnerei Herding als zweiten Teil seines Textilmuseums hinzu. Das gelang mit finanzieller Unterstützung des Landes, des Kreises Borken, der Stadt Bocholt und der Stadtsparkasse Bocholt. 2009 begann der Umbau mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II. Seit der Eröffnung der Spinnerei im September 2011 firmiert das Textilmuseum mit seinen beiden Standorten als „TextilWerk Bocholt“.

Barrierefreiheit - Infrastruktur und Angebote für Menschen mit Behinderung

Das LWL-Industriemuseum hat sich auf den Weg gemacht, seine Gebäude und Angebote allen Menschen – ob mit oder ohne Behinderung – zugänglich zu machen. Die Maßnahmen reichen von der Verbesserung der Infrastruktur bis hin zu Bildungsangeboten wie inklusiven Führungen.

Das TextilWerk Bocholt wurde im Rahmen der bundesweiten Initiative „Reisen für Alle“ zertifiziert.

Broschüre LWL-Industriemuseum Textilwerk Bocholt in Leichter Sprache

Weitere Informationen zu dem LWL-Industriemuseum Textilwerk Bocholt in Leichter Sprache erhalten Sie in der eigenen Broschüre hier.