Hari Budha Magar hat erneut Geschichte geschrieben. Am 6. Januar 2026 erreichte der nepalesisch-britische Abenteurer den Gipfel des Mount Vinson in der Antarktis und schloss damit seine „Seven Summits“-Mission erfolgreich ab. Er ist der erste doppelt über dem Knie amputierte Mensch, der die höchsten Berge aller sieben Kontinente bezwungen hat.
Die Seven Summits gelten für Bergsteigerinnen und Bergsteiger weltweit als eine der größten Herausforderungen des Sports. Neben dem 4.892 Meter hohen Mount Vinson gehören zu ihnen auch die Berggipfel des Mount Everest (8.849 m), des Kilimandscharos (5.895 m), des Mont Blanc (4.810 m – anstelle des aufgrund des Krieges zwischen der Ukraine und Russland nicht zugänglichen Elbrus im Kaukasus) sowie die Berge Denali (6.190 m), Aconcagua (6.960 m) und Puncak Jaya (4.884 m).
Nach jahrelanger Vorbereitung und einem kräftezehrenden, dreitägigen Aufstieg kämpften sich Hari und sein Team bei minus 25 Grad Celsius, heftigen antarktischen Winden, tückischen Hängen und eisigen Gletscherfeldern bis zum Gipfel des Mount Vinson vor. Diese Bedingungen belasteten Geist, Körper und seine Prothesenbeine bis an die Grenzen. Sie erreichten ihn am 6. Januar 2026 um 22 Uhr. „Der Aufstieg war sehr hart. Die Bedingungen und der Schwierigkeitsgrad waren so extrem, dass ich mich buchstäblich auf allen vieren nach oben kämpfen musste, Schritt für Schritt den Berg hinauf“, berichtete Hari nach seiner Rückkehr ins Basislager.
Nur zweieinhalb Jahre, nachdem Hari als erster beidseitig amputierter Bergsteiger auf dem Gipfel des Mount Everest Geschichte geschrieben hatte, sendete er mit diesem nächsten historischen Erfolg eine kraftvolle Botschaft: Ein Handicap ist kein Hindernis für außergewöhnliche Leistungen und gelebte Inklusion. „Alle sieben Gipfel stellten ganz unterschiedliche und enorme Herausforderungen dar, zum Beispiel die Kälte, den Schnee und die extremen Bedingungen der Antarktis. Doch wenn Menschen zusammenkommen, sich gegenseitig unterstützen und Prozesse sowie Ausrüstung an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung anpassen, ist alles möglich“, erklärt Hari und ergänzt: „Ich habe immer gesagt: Es geht nicht nur darum, Gipfel zu erreichen, sondern darum, Barrieren abzubauen – in den Bergen und in den Köpfen der Menschen.“
Partnerschaft mit Ottobock: Technologie am Limit
Eine Schlüsselrolle während Haris Mission spielte die enge Zusammenarbeit mit dem MedTech-Unternehmen Ottobock aus Duderstadt. Seit Beginn der Kooperation vertraute Hari auf modernste Prothesen wie das Genium X4 für Alltag und Expedition sowie speziell angepasste „Stubbies” für besonders technische oder vereiste Passagen. Diese Lösungen gaben ihm unter extremen Bedingungen maximale Bewegungsfreiheit und Sicherheit.
„Hari ist ein großartiger Botschafter unseres Antriebs, Menschen Bewegungsfreiheit und Lebensqualität zurückzugeben. Er inspiriert Menschen auf der ganzen Welt dazu, ihre Träume zu verfolgen und sich von nichts zurückhalten zu lassen. Wir gratulieren ihm zu dieser außergewöhnlichen Leistung und sind stolz, Teil seiner Mission zu sein“, sagt Nicole von Bergen, Head of Global Customer Programs & Product Communications bei Ottobock. „Haris Weg spiegelt wider, wofür wir bei Ottobock stehen: Empowerment, technische Exzellenz und das gemeinsame Ziel, Grenzen zu verschieben.“
Blick in die Zukunft
Haris Erfolge zeigen: Jede Herausforderung kann zum Sprungbrett werden, wenn Menschen, Technologie und Wille gemeinsam wirken. Die Zusammenarbeit mit Ottobock bleibt ein Leuchtturmprojekt für eine an den Bedürfnissen von Anwenderinnen und Anwendern ausgerichtete, innovative Prothetik. Die Erkenntnisse aus Haris Expeditionen fließen direkt in die Weiterentwicklung technologisch führender Lösungen ein, die Menschen mehr Teilhabe und Lebensqualität ermöglichen – ganz egal, wie komplex ihre Anforderungen sind.