LWL-Römermuseum Haltern
Weseler Straße 100
45721 Haltern am See
Deutschland
Am Ufer der Lippe befand sich vor ca. 2.000 Jahren bei der heutigen Stadt Haltern am See einer der wichtigsten Militärkomplexe der Römer. Es ist die Schaltzentrale der römischen Macht im rechtsrheinischen Germanien. Von hier aus wurde die Eroberung des gesamten Gebietes geplant und betrieben. Hier war eine der berühmtesten Legionen der Geschichtsschreibung stationiert: die 19. Legion, die im Jahre 9 n. Chr. in der Varusschlacht untergehen wird. Allein im Hauptlager des Komplexes lebten bis zu 5.000 römische Soldaten – mitten in Germanien. Der Name des Lagers: Aliso.
Heute befindet sich exakt an dieser Stelle das LWL-Römermuseum. Über 1.200 Original-Exponate zeugen von der hochentwickelten Kultur und Technik der Römer: von ihrer enormen Bauleistung und Logistik, ihrer handwerklichen Kunstfertigkeit und dem römischen Alltag fern der Heimat. Die archäologischen Funde aus der gesamten Region machen die Zeit um Christi Geburt – den Höhepunkt der römischen Macht in Germanien – erlebbar.
Auf dem Außengelände des Museums, der Römerbaustelle Aliso, soll das einstige Hauptlager nach und nach wieder entstehen. Bereits 2016 wurden das Westtor und die anschließende Holz-Erde-Mauer rekonstruiert. Seit 2022 schmückt ein neues Gebäude, ein römisches Wachhaus, das Außengelände. Originalgetreu eingerichtet, wie es die Legionäre vor 2.000 Jahren nach ihrem Wachdienst verlassen haben könnten.
Leben der Legionäre an der Lippe
Ein historischer Schauplatz, ein hochmodernes Museum, attraktive Veranstaltungen und ein umfangreiches museumspädagogisches Angebot warten auf Sie.
Nicht nur über das Leben der Legionäre an der Lippe können sich Museumsgäste informieren, sondern sogar selbst in die Rolle eines Römers schlüpfen. Mit dem schweren Marschgepäck eines Soldaten wandern sie durchs Museum oder versuchen, mit dem Griffel Worte in das Wachs einer Schreibtafel zu ritzen.
Ein rekonstruiertes Lederzelt – einst Unterkunft für sechs bis acht Legionäre – hält eine Überraschung bereit: Eine "Tagesschau" aus dem Jahre 4 n. Chr. informiert über die "aktuellen" Ereignisse in Rom und Germanien.
Ein Hörprogramm gewährt Einblicke in die Geldsorgen der Legionäre vor 2.000 Jahren und greift auch die Frage nach Bestechungsgeldern auf. Alles mit viel Humor.
Keine Angst: Wer dieses Museum besucht, muss kein Latein können. Jeder Originalschriftzug ist übersetzt, alle Fundstücke werden erklärt. Eindrucksvoll vermitteln die Exponate einen Überblick über fast alle Bereiche des täglichen Lebens der Legionäre. Die Objekte ergeben im Zusammenhang mit Abbildungen, Texten und Modellen ein lebendiges Bild der Zeit.
Barrierefreiheit - Infrastruktur und Angebote für Menschen mit Behinderung
Das LWL-Römermuseum ist barrierefrei ausgebaut und ermöglicht einen weitgehend uneingeschränkten Museumsbesuch. Auf dem Museumsparkplatz stehen ausgewiesene Behindertenparkplätze zur Verfügung. Sowohl die Römerbaustelle Aliso als auch die Rekonstruktion der Holz-Erde-Mauer sind über Rampen zugänglich.
Ergänzend bietet das Museum verschiedene inklusive Vermittlungsangebote an. Die Führung „Römerzeit begreifbar“ lädt Besuchende mit Sehbehinderung dazu ein, das Alltagsleben in den Römerlagern mit allen Sinnen zu entdecken. Dabei können Marschgepäck, Ausrüstung und Bewaffnung römischer Legionäre ertastet und ausprobiert werden, mit einer Handmühle Mehl gemahlen sowie ein römisches Lederzelt erkundet werden. Die Museums-App verfügt über Audioinhalte sowie Videos in Deutscher Gebärdensprache (DGS). Zweimal im Jahr werden zudem Führungen von Dolmetschenden in DGS begleitet.
Das LWL-Römermuseum wurde im Rahmen der bundesweiten Initiative „Reisen für Alle“ zertifiziert.