Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus

Burg Hülshoff
Burg Hülshoff
Burg Hülshoff | © LWL/BOK+Gärtner GmbH

Burg Hülshoff

Schonebeck 6
48329 Havixbeck
Deutschland

Auf der elterlichen Burg Hülshoff wurde Annette von Droste-Hülshoff am 10. Januar 1797 geboren. Der Familienüberlieferung nach war die Mutter auf der zugefrorenen Gräfte gestürzt, wodurch die Frühgeburt ausgelöst wurde. Für das Überleben des Siebenmonatskindes sorgte die Amme Katharina Plettendorf aus Altenberge. Annette von Droste wuchs auf als zweites von vier Kindern von Clemens August von Droste-Hülshoff und seiner Frau Therese, geb. von Haxthausen. Erst kurze Zeit vor der Geburt der Kinder war Hülshoff wieder ständiger Wohnsitz der Familie, die ansonsten auch in der Stadt Münster residierte. In der Zeit wurde das Anwesen mehrfach umgebaut, um den veränderten Wohnansprüchen gerecht zu werden. Die Burg Hülshoff bildete in Drostes Kindheit und Jugend den Mittelpunkt eines regen geselligen Lebens, in dem zahlreiche Kontakte zu den westfälischen verwandten Adelsfamilien, Besuche und Ausflüge, eine große Rolle spielten. Hausmusik, Handarbeiten und Vorlesen waren wesentliche Betätigungen im Familienkreis, während die botanischen Vorlieben im weitläufigen Park ausgelebt werden konnten. Mit dem Tod des Vaters 1826 ging der Familienstammsitz auf den ältesten Sohn Werner über. Mutter und beide Töchter zogen in das kurze zuvor erworbene Rüschhaus um. Dieses wurde in der Zeit von 1745 bis 1748 nach Entwürfen von Johann Conrad Schlaun gebaut. Annette von Droste-Hülshoff lebte dort rund 20 Jahre.

Museum in Burg Hülshoff

Das Familienmuseum befindet sich im Hochparterre der Hauptburg. Die Ausstellung, die das Leben in einer adeligen westfälischen Familie Anfang des 19. Jahrhunderts in den Fokus nimmt, führt durch insgesamt sechs Wohnräume. Sie vermitteln einen Einblick in den Alltag und die Lebensumstände Annette von Droste-Hülshoffs und ihrer Familie. Individuelle Besichtigungen durch das Museum sind mittels einer 2018 neu entworfenen, etwa 40 minütigen Führung per Audio-Guide (in deutscher, englischer und niederländischer Sprache) möglich. Zudem liegt ein Heft in der Reihe »Westfälische Kunststätten« für weitergehende Informationen bereit. Es besteht auch die Möglichkeit Sonderführungen für Gruppen zu buchen. Im Anschluss an die Museumsbesichtigung bietet sich ein Besuch in der Gastronomie des Burgkellers oder der malerischen Außenplätze im Burginnenhof an.

Museum in Burg Hülshoff

Die Wohnräume der Schriftstellerin können im Rahmen eines Rundganges besichtigt werden, darunter auch ihr Arbeitszimmer, das sie selbst als „Schneckenhäuschen“ bezeichnete. Hier verfasste sie unter anderem die berühmte Novelle „Die Judenbuche“. Die Mischung aus bäuerlichen und herrschaftlichen Elementen macht das Rüschhaus besonders. Darüber hinaus ist die Gartenanlage während der Öffnungszeiten frei zugänglich.

Lyrikweg

Der Weg zwischen Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus, den die Dichterin Droste-Hülshoff (1797-1848) in ihrer zweiten Lebenshälfte oft zurücklegte, wurde als spielerischer, vielschichtiger Erlebniswanderweg gestaltet. Der Lyrikweg lädt Einheimische und Tourist:innen gleichermaßen dazu ein, auf den Spuren Droste-Hülshoffs die Landschaft zu durchwandern, die Inszenierung von Gegenwartsliteratur und historischen Texten im öffentlichen Raum zu erleben und die Natur im Jahresverlauf und in Zeiten des Wandels zu beobachten.Der Lyrikweg hat eine eigene Homepage, auf der Sie detaillierte Infos, Karten und die Lyrikweg-App finden können: https://www.lyrikweg.net/auftakt